29.10.08 zurück zum Pressearchiv
Drittes Symposium Deutschland-Tourismus in Goslar
Klimawandel erfordert neue Vertriebsmodelle im Deutschland-Tourismus
In Zeiten des Klimawandels muss das wachsende Potential im Deutschland-Tourismus von
Destinationen, Reiseveranstaltern, Reservierungssystemen und Online-Plattformen effizienter
vernetzt und gebündelt werden. So lautete das Fazit von Hans Stadler, Direktor Vertrieb EUROPÄISCHE
Reiseversicherung, beim Dritten Symposium Deutschland-Tourismus, das am 23. Oktober 2008 in Goslar
stattfand. Die EUROPÄISCHE hatte als Veranstalter führende Touristiker und Experten in die
niedersächsische Stadt geladen, um mit ihnen über das Thema “Individualreisemarkt
Deutschland – Vertriebsmodelle 2015” zu diskutieren. “Deutschland liegt im Trend. Wir
haben mit dem Symposium Deutschland-Tourismus eine Veranstaltung etabliert, die den
Verantwortlichen eine wertvolle Plattform für den Austausch mit Branchenkollegen bietet”, sagte
Wolfgang Diels, Vorstandsvorsitzender EUROPÄISCHE Reiseversicherung.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die aktuellen Ergebnisse des Qualitätsmonitor
Deutschland-Tourismus vorgestellt, die Aufschluss geben
über Zufriedenheit, Buchungsverhalten und Gästetypologie in- und ausländischer Gäste.
Obere Reihe, links nach rechts:
Michael Heck, Geschäftsführer INTOBIS GmbH;
Inge Niedek, Dipl. Meteorologin des ZDF;
Dietrich von Albedyll, Geschäftsführer Hamburg Tourismus GmbH;
Lars Bengsch, Senior Consultant dwif;
Norbert Tödter, Leiter Unternehmensplanung und Marktforschung DZT;
Hery Charles Eckert, Mitglied der Geschäftsführung Schmetterling Reisen.
Untere Reihe, links nach rechts:
Hans Stadler, Direktor Vertrieb EUROPÄISCHE Reiseversicherung;
Prof. Dr. Edgar Kreilkamp, Universität Lüneburg;
Michael Lücke, Geschäftsführer Harzer Verkehrsverband;
Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.;
Sabine Gerhard, Bereichsleiterin Europareisen DERTOUR/ADAC Reisen;
Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer dwif.
Zunächst klärte Inge Niedek, Dipl. Meteorologin des ZDF, über die globalen, klimatischen
Veränderungen und deren Auswirkungen auf Deutschland auf. Temperaturanstieg, die damit
einhergehende Gletscherschmelze, und der Anstieg der Meeresspiegel führen in Deutschland zu
heißeren und trockeneren Sommern und zu nassen, wärmeren Wintern. “Es müssen neue Angebote
geschaffen werden, um zum Beispiel die Zunahme der ausländischen Gäste aus Südeuropa aufzufangen”,
so Inge Niedek.
Prof. Dr. Edgar Kreilkamp verortete im Klimawandel Gewinner und Verlierer. Während sich beispielsweise die Mittelgebirgsregionen vermehrt auf schneearme Winter einstellen und ihr touristisches Profil dahingehend ändern müssen, können Küstenregionen wie die Ostsee von einer Erwärmung profitieren und neue Zielgruppen ansprechen. “Schlüsselfaktor für die Attraktivität einer Region ist immer noch das mediterrane Flair. Die Suche nach Sonne stellt eine der Hauptreisegründe dar”, sagte Edgar Kreilkamp. Da der moderne Urlauber eine hohe Klimasensibilität aufweise, werden zukünftig vor allem Regionen profitieren, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und klimaneutrale Angebote schaffen, die auch die Gäste einbeziehen. “Der Trend geht hin zum klimaneutralen Urlaub, in dem ich mich auch als Gast engagiere”, so Edgar Kreilkamp. Gleichzeitig müssten Strategien entwickelt werden, um den Klimawandel zu mindern. Die Vorteile des klimabewussten Handelns könnten zudem für Marketing-Zwecke gewinnbringend genutzt werden.
Die Vorstellung der aktuellen Ergebnisse des Qualitätsmonitors Deutschland-Tourismus gab
Aufschluss darüber, wie zufrieden in- und ausländische Urlauber in Deutschland sind, und wo
Verbesserungspotenzial besteht. Norbert Tödter, Leiter Unternehmensplanung und Marktforschung
Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), und Lars Bengsch, Senior Consultant dwif, stellten fest,
dass
in der Tat das Wetter ausschlaggebend für die Gesamtzufriedenheit im Urlaub ist. Erst danach
folgen Kriterien wie Gastronomie und Freundlichkeit der Mitarbeiter. Bei Information und Buchung
hat sich das Internet als wichtigstes Medium etabliert. Andere Quellen werden im Vergleich dazu
unterdurch-schnittlich genutzt. “Die Herausforderung in Zukunft besteht darin,
zielgruppen-gerechte Vertriebsmodelle zu schaffen”, so Norbert Tödter.
Wie diese aussehen könnten, wurde bei der anschließenden Podiumsdiskussion erörtert. Deutschland läge bei der Vielfalt seiner Angebote und deren Attraktivität weit vorne, doch die einzelnen Destinationen müssen sich klarer positionieren, sagte Sabine Gerhard, Bereichsleiterin Europareisen DERTOUR/ADAC Reisen. “Der Reiseveranstalter ist ein unverzichtbarer Partner für den Deutschlandtourismus. Er bietet Sicherheit, Qualität und Service”, so Sabine Gerhard. Da es immer noch sehr große Unterschiede bei den Regionen gäbe, müsse eine elektronische Infrastruktur geschaffen werden, die Leistungsträger und Leistungsnehmer zusammenbringe, so Michael Heck, Geschäftsführer INTOBIS GmbH. “Deutschland ist eine wunderschöne und vielfältige Reisedestination. Leider präsentiert sich diese im internationalen Wettbewerb größtenteils sehr inhomogen und umstrukturiert”, so Michael Heck weiter.
Hinweis:
Die Vorträge “Globale klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf
Deutschland” und “Auswirkungen der Klima-Veränderungen auf den Tourismus” (ungekürzte
Fassung), sowie weitere Bilder des Dritten Symposiums Deutschland-Tourismus finden Sie im
Bereich
“
Presseservice”.
Hochauflösendes Bildmaterial kann unter E-Mail ok@erv.de oder telefonisch unter 089 – 4166 – 1510 angefordert werden.
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