Wichtige Informationen zur Insolvenz der JT Touristik GmbH

Sehr geehrter JT Touristik-Kunde,

der Veranstalter JT Touristik GmbH hat nach eigenen Angaben am 29.09.2017 beim Amtsgericht Berlin/Charlottenburg Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht hat Herrn Dr. Stephan Thiemann aus der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Die ERV (Europäische Reiseversicherung) ist damit beauftragt, die Schadenfälle zu bearbeiten. Der Versicherer des Veranstalters ist die Generali Versicherung AG. Die ERV ist lediglich der Abwickler der einzelnen Schadensfälle.

Inzwischen wurde mitgeteilt, dass JT Touristik gebuchte Reisen bis Abreise einschließlich 31.12. 2017 durchführen kann. Aus der vorläufigen Insolvenz entstehen den Reisenden keinerlei finanziellen Nachteile. Diese Lösung für die Monate November und Dezember hat der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Stephan Thiemann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH nach intensiven Verhandlungen mit allen Beteiligten erreicht. Ausgenommen von dieser Lösung sind sämtliche Reisen, die einen Flug mit Air Berlin beinhalten. Alle Reisen mit Flügen ab dem 28. 10. 2017 müssen abgesagt werden, weil Air Berlin ab diesem Tag den Flugbetrieb einstellt und keine Alternativen zur Verfügung stehen.

Für alle Urlaubsreisen mit Reiseantritt bis zum 31.10.2017 hat die Generali Vers. AG als Kundengeldabsicherer („Insolvenzversicherer“) gegenüber den Leistungsträgern vor Ort (Hotels etc) bereits eine Kostenübernahmeerklärung (hier in Deutsch, hier in Englisch) abgegeben. Damit soll sichergestellt werden, dass den Reisenden vor Ort keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Wie kann ich meinen Schadensfall einreichen?

Bitte füllen Sie im Schadensfall dieses Formular aus und senden Sie die gesamten Unterlagen an:

Europäische Reiseversicherung AG
Leistungsabteilung
Postfach 800620
81606 München

Bitte beachten Sie, dass Sie bei der Einreichung per Post keine Bestätigung über den Eingang Ihrer Unterlagen erhalten.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Bitte reichen Sie immer folgende Unterlagen bei uns ein:

  • Sicherungsschein
  • Die Buchungsbestätigung des Veranstalters
  • Ein Nachweis (z. B. Kopie/Ausdruck des Kontoauszuges) über den bezahlten Reisepreis (Achtung: eine Kopie des Überweisungsbeleges ist nicht ausreichend)
  • ggf. weitere Belege/Nachweise für entstandene Kosten vor Ort

Bitte geben Sie unbedingt Ihre Kontoverbindung (IBAN) an.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht sagen können, wie lange die Bearbeitung Ihres Falles dauern wird. Momentan ist die Anzahl der zu bearbeitenden Fälle sehr hoch. Im Auftrag der Generali Vers. AG werden wir die einzelnen Ansprüche bei uns sofort nach Eingang bearbeiten, prüfen und die Regulierung im Kundeninteresse dann sofort vornehmen.

Wichtiger Hinweis

Bitte sehen Sie von telefonischen Rückfragen in unserem ServiceCenter ab! Aufgrund der hohen Anzahl an zu bearbeitenden Fällen, können wir derzeit keine Auskunft erteilen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis!


Wie können wir Ihnen weiterhelfen?


Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten im Falle einer Veranstalter-Insolvenz zusammengestellt:

Fall 1: Der Pauschalurlaub ist gebucht, wurde aber noch nicht angetreten.

Der Pauschalreise-Veranstalter muss eine sogenannte "Insolvenzversicherung" abgeschlossen haben. Sollte der Reiseveranstalter zahlungsunfähig werden, schützt sie den Reisenden. Das gilt auch bei Insolvenz. Er kann bereits getätigte Zahlungen von der Versicherung zurück verlangen. Als Nachweis für die Versicherung wird dem Urlauber bei der Buchung ein sogenannter "Sicherungsschein für Pauschalreisen" übergeben. Bevor dies nicht geschehen ist, darf der Veranstalter vom Buchenden keine Anzahlung der Reise fordern oder annehmen.

Der Versicherer erstattet alle bereits getätigten Zahlungen (Anzahlungen oder gesamter Reisepreis) für Pauschalreisen. Heben Sie hierfür alle Quittungen und Einzahlungsbelege auf.

Nehmen Sie mit dem Veranstalter Kontakt auf und verlangen eine schriftliche Bestätigung, ob die Reise noch stattfindet oder nicht. Ein Insolvenzverwalter und auch die Insolvenzversicherung bemühen sich oft um Schadensbegrenzung. Gegebenenfalls übernimmt ein anderer Veranstalter die Reisen des insolventen Unternehmens (s.u.).

Gesetzlich ist geregelt, dass der Schaden nach Ablauf des Jahres, in dem der Versicherungsfall eingetreten ist, erstattet werden kann. Im Falle der vorläufigen Insolvenz von JT hat der Insolvenzversicherer entschieden, dass bereits früher mit der Auszahlung begonnen werden kann. Wir bitten um Verständnis, dass es aufgrund der Vielzahl der eingetretenen Schadenfälle zu längeren Bearbeitungszeiten kommen kann.

Alle Reisen bis Abreise einschließlich 31. 12. 2017 können durchgeführt werden. Aus der vorläufigen Insolvenz entstehen den Reisenden keinerlei finanziellen Nachteile. Für die Monate November und Dezember hat der vorläufige Insolvenzverwalter nach Verhandlungen mit allen Beteiligten eine Lösung erreicht.

Ausgenommen von dieser Lösung sind sämtliche Reisen, die einen Flug mit Air Berlin beinhalten. Alle Reisen mit Flügen ab dem 28. Oktober 2017 müssen leider abgesagt werden, weil Air Berlin ab diesem Tag den Flugbetrieb einstellt und keine Alternativen zur Verfügung stehen.

Für Abreisen bis 31. 10.2017 hat die Generali Vers. AG als Kundengeldabsicherer gegenüber den Leistungsträgern vor Ort (Hotels etc) bereits eine Kostenübernahmeerklärung abgegeben. Damit soll sichergestellt werden, dass den Reisenden vor Ort keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Fall 2: Der Betroffene befindet sich gerade im Urlaub.

Die sogenannten (Incoming-)Agenturen und Reiseleiter kümmern sich, gemeinsam mit dem Insolvenzversicherer, um die Reisenden. Sie organisieren Rückflüge und Unterkünfte. Im Idealfall sorgen diese dafür, dass Sie Ihre Reise wie geplant fortsetzen können. Sollte es jedoch keinen Notfallplan geben, müssen sich Reisende selbst um Unterbringung und Rückflug kümmern. Auch diese Regelung gilt ausdrücklich nur für Pauschalreisen.

Bei Pauschalreisen gilt auch während der Reise die Absicherung durch die Versicherung. Es kann sein, dass man das Hotel verlassen muss, weil der Reiseveranstalter seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. In diesen Fällen übernimmt der Versicherer die Hotelkosten ab dem Tag der Zahlungsunfähigkeit bzw. Insolvenzanmeldung anteilig. Zudem muss diese sämtliche Mehrkosten erstatten, die bei der Rückreise entstehen. Bitte achten Sie dabei auf Ihre Schadenminderungspflicht, d.h. halten Sie den Schaden so gering wie möglich!

Sollte es keine alternativen Angebote anderer Veranstalter geben, müssen dies Reisende selbständig planen und bezahlen (zur Erstattung s. vorherige Frage).

Allgemeine Hinweise für alle Reisenden:

Ja. Die Absage einer gebuchten und bestätigten Reise ist ein Reisemangel! Allerdings ist fraglich, ob man jemals etwas vom Reisveranstalter bekommt. Denn der ist zahlungsunfähig.

Die Ansprüche aus Reisemängeln werden von einer Insolvenzversicherung nicht übernommen.

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, bekommt bereits geleistete Zahlungen von dem Insolvenzversicherer erstattet (s.u.).

Eine Pauschalreise im Sinne des Gesetzes liegt vor, wenn der Reiseveranstalter mindestens zwei Reiseleistungen anbietet. Das sind z.B. Flug und Unterkunft oder Mietwagen, zu einem Gesamtpreis zusammengefasst.

 

Darüber hinaus kann nach deutschem Recht auch das Anbieten von Einzelleistungen durch einen Veranstalter als Veranstaltertätigkeit gewertet werden. Im Zweifelsfall helfen die Touristikverbände (ASR, BDO, DRV, RDA) oder ein Fachanwalt für das Reiserecht.


Kontaktadressen

Kundengeldabsicherer (Insolvenzversicherer):

  • Generali Versicherungen, Adenauerring 7 – 11, 81731 München vertreten durch REISEGARANT GmbH, Jessenstraße 4, 22767 Hamburg, Tel. 040/380 372 – 30, Fax 040/380 372 – 50, E-Mail info@reisegarant.de
  • Schadenregulierungsstelle für die Generali/Reisegarant: Europäische Reiseversicherung AG, Rosenheimer Straße 116, 81669 München; Telefon: 089/4166-1580, Telefax: 089/4166-2580

Vorläufiger Insolvenzverwalter:

Dr. Stephan Thiemann, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Geschäftsführer PLUTA Rechtsanwalts GmbH